Chronik - Teil 1

Historischer Überblick über die Feuerabwehr in den vergangenen Jahrhunderten

 

Lange stand der Mensch dem Feuer in solchen Augenblicken machtlos gegenüber. Erst in den letzten

Jahrhunderten lernte er es, dank verbesserten Blick und des Einsatzes der inzwischen in Stadt und Land

gegründeten Feuerwehren, wirksam zu bekämpfen. 

Bis dahin verging kaum ein Jahrhundert, in welchem unsere Städte nicht von größeren Feuersbrünsten erfasst

wurden, die sich zu Stadtbränden entwickelten. So war es auch in unserer Stadt. Die Chronisten vermerken hier

in einem Zeitraum von kaum 1 1/2 Jahrhunderten fünf große Stadtbrände, die sich in rasender Geschwindigkeit in

wenigen Stunden über die ganze Stadt ausbreiteten und Wohnhäuser und Werkstätten sowie Scheunen und

Stallungen in Asche legten und die Menschen oft ihrer  letzten Habe beraubten. Der Inhalt der Chroniken, die

uns darüber berichteten, sei hier kurz wiedergegeben. 

1530: Der Chronist, der Dominikanermönch Johannes Linder, genannt „der Mönch von Pirna“, machte darüber

folgende Angaben:

„Kirchan (Kirchhain), ein stählten in der Lusicz (Lausitz), dem Kloster Dobrulug (Doberlug) zuständig, brannte aus

das größte Teil 1530, als Jahrmarkt“. 

Der damalige Stadtschreiber von Kirchhain, Dionysius Hensel, bemerkt ergänzend dazu: 

„Anno 1530, am Sonntage Corpus Christi, in der Nacht um 11 Uhr, sind Allhier 75 Häuser verbrannt und etliche

Personen durch die Feuers Brunst jämmerlich verstarben“. Das geschah in der Nacht vom 19. zum 20. Juni.  

 

1584: Diesem Brand fielen 112 Bürgerhäuser zum Opfer, das Rathaus und andere Gebäude. Am heftigsten wütete

das Feuer auf  dem Markt, der Mittelstraße (heutige Lindenstraße) und auf der Gerberstraße. Der Stadtschreiber

Hensel gibt als Brandursache Brandstiftung an, ausgeführt im Auftrag des Feudalherren von Doberlug,

Rudolf von Gersdorf, mit dem die Stadt in Fehde lag.

1637: Am 08.04.1637 erfolgte eine Plünderung und Brandsetzung der Stadt durch die Schweden. 250

Wohnhäuser und Nebengebäude, 40 Brauhäuser und das Rathaus, das nach dem letzten Brand wieder errichtet

worden war, wurden den Flammen überantwortet.

1642: Die Schweden zogen sich zurück, kamen aber 1642 wieder und brannten nieder, was ihnen fünf Jahre

zuvor entgangen oder was von der Bürgerschaft wieder notdürftig aufgebaut worden war. 

1667: Die Stadt, die sich nach zweimaligen Brandsetzung im Dreißigjährigen Krieg wieder einigermaßen erholt

hatte, sollte in diesem Jahr aufs neue, diesmal am Schlimmsten, heimgesucht werden. Da der Bericht darüber

besonders aufschlussreich ist, wollen wir ihn am Wortlaut angelehnt an die damalige Schreibweise, bringen. 

 

„Anno 1667, am 28. Mai, ist in Kirchhain gleich am anderen Pfingstfeiertag in der Frühe, als in die Amtspredigt

eingeläutet werden sollte, mitten in der Stadt in einem Eckhaus am bei Johann Herbstens Witwe, die die „neue

Schneiderin“ genannt wurde, unverhofft eine Feuersbrunst entstanden, als sie gebraten und Fett geröschet hat,

worüber 152 Wohnhäuser, das Rathaus, 15 Brauhäuser, 37 Scheunen, 130 Ställe samt 144 1/2 Faß Bier und vier

Brücken über die Elster samt allen Ufern in die Asche geraten und neben der Kirche und den geistlichen

Gebäuden nicht mehr als etliche zwanzig Häuser stehengeblieben sind“

Bemerkenswert ist der Zusatz:

„Dabei ist anzuführen, daß acht Tage zuvor ein Hase zum Luckauer Tor herein und die Stadt hindurch bis zur

Torgauer Vorstadt gelaufen ist. Zwischen den beiden Stellen, wo der Hase das erstmal gesehen und hernach

von zwei Hunden gefangen worden ist, hat das Feuer die ganze Stadt von einem Hag bis zum anderen „zur

Asche gemacht“, bis es aufgehört hat zu brennen. 

Vier Wochen darauf, am 28. Juni 1667, ist bei einer außerhalb des Stadtkerns gelegenen Ziegelei „das Gebäude

über dem Ziegelofen nebst einem in Vorrat von Klafterholz, so über 150 Klafter gewesen sind, angesteckt

worden, wobei die Ziegelscheune in Brand geraten und über 30.000 gestrichener Vorrat mit verdorben“. 

Taghell ist die Nacht gelichtet

Durch der Hände lange Kette

Um die Wette Fliegt der Eimer, hoch im Bogen

Spritzen Quellen Wasserwogen.

(Schillers „Glocke“)

 

Wie schon Schiller in seiner im Jahre 1800 im Musenalmanach herausgegeben „Glocke“ schrieb, war der Mensch

bei der Feuerbekämpfung durchaus nicht untätig. Die Pflichten des Bürgers waren sogar in den aus dem

Mittelalter stammenden Stadtstatuten fest umrissen und hatten bis ins 18. Jahrhundert Gesetzescharakter. Um

1750 wurden sie in einer „Polizeiverordnung der Stadt Kirchhain“ zusammengefasst, hatten aber, textlich

etwas verändert, im wesentlichen den selben Inhalt. In beiden, in den  Statuten und und er Polizeiverordnung,

lassen sich die Pflichten der Bürger bei Brandgefahr in drei Abschnitte teilen:

1.    Bereitstellung von Löschgeräten und ihre Verwendung

2.   Behördliche Maßnahmen zur Brandverhütung und zur Brandbekämpfung

3.   Abergläubische Maßnahmen zur Brandbekämpfung

 

Zu 1.: Die Bürger waren verpflichtet, für den Ernstfall lederne Eimer, Wasserfässer, lange Leitern und

Feuerhacken „an Hand und Vorrath“ zu haben, um unverzüglich mit der Löschaktion beginnen zu können. 1750

wird das erste Mal eine Feuerspritze erwähnt. Primitive Feuerspritzen hat es aber schon im Mittelalter gegeben.

Die angeführten Feuerlöschgeräte erwiesen sich in den meisten Fällen als zu klein und wirkungslos. Außerdem

fehlte es an geschulten Personal, das die Löschaktionen hätten leiten können. Man erkannte erst spät, daß nicht

die Anzahl der eingesetzten Kräfte für den Erfolg maßgebend war, sondern ein schnelles planmäßiges und

taktisch richtiges Handeln.

Zu 2.: Viel wirkungsvoller waren die Erlasse und Edikte, welche nach einem verheerenden Stadtbrand den

Aufbau der Häuser nur in „Stein“ gestatten. So erhielt Torgau schon 1557 eine Bauverordnung, nach welcher nur

„mit Ziegel, Schiefer und Kupfer gedeckt und wandelbare Schieferdächer nicht mehr erneuert“ werden durften.

Die Häuser im Stadtgebiet sollten nur noch als Steinbauten errichtet werden. Dasselbe geschah nach dem

großen Brand 1667 in Kirchhain. In einer Stadtbeschreibung aus dem Jahre 1854 heißt es daher: „Häuser wurden

zur Hälfte massiv und zu anderen Hälfte im Steinfachwerkbau aufgebaut“. Die im Jahre 1664 gegründete

Schwesterstadt Doberlug ist 1664 bis 1690 gleich so errichtet worden. Bei beiden Städten hatten sich die neuen

Bauvorschriften als wirkungsvolle Maßnahme zur Verhütung von Stadtbränden erwiesen. Diese Tatsache ist

heute aus der Erinnerung der Bevölkerung verschwunden.

Zu 3.: Der Rat der Stadt Kirchhain unterließ keine Anstrengungen, um einer ausbrechenden Feuersbrunst aktiv

zu begegnen. Doch die Methoden waren nicht die Richtigen und fußten auf einem weit ins Mittelalter reichenden

Aberglauben. Es erscheint uns heute unfaßbar, daß solche abergläubischen Forderungen noch vor 200 Jahren

Gesetz waren. Das beweist uns §9 der Kirchhainer Polizeiverordnung aus dem Jahre 1750. Dieser lautet:

 

„Das entstandene Feuer soll der Mann, bei dem es auskommt, beschreien, auch seinem Gesinde und Kindern

solches befehlen, als dann soll niemand ledig zum Feuer laufen, sondern möglichst Rettung tun; die aber nur

zusehen, sollen ungestraft nicht bleiben.“

 

Beschreien oder besprechen heißt, das Feuer durch einen Zauberspruch an einem weiteren Umsichgreifen zu

hindern. In einigen Gegenden an der Elbe hielten die Leute eigens  dazu hergestellte Holzteller mit dem

Feuerspruch bereit, die sie zur Besänftigung des Feuers in die Flammen warfen. Wer es unterließ, das Feuer zu

beschreien, mußte 1 Schock Silbergroschen zahlen (1 Schock = 60 Groschen = 2 1/2 Taler; 1 Taler = 24 Groschen).

Das war für die damalige Zeit viel Geld, wo der Tageslohn eines Arbeiters nur 1 bis 2 Groschen betrug.

 

Eine wirksame Maßnahme zur Stadtbrandverhütung war das Verbot von Handwerkern, die mit einem großen

offenen Feuer zu tun hatten, sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Bürgerhäuser anzusiedeln. Diese

Verordnung ist sehr alt und greift bis ins Mittelalter zurück. Genannt werden vor allem Töpfer mit ihren Brauöfen.

Aber auch Ziegler fallen in diese Kategorie. Bezeichnend ist daher die Feuersbrunst vom 28.Juni 1667, die

genau einen Monat nach dem großen Stadtbrand ausbrach, und der eine ganze Ziegelei zum Opfer fiel.

 

Die nach dem großen Stadtbrand ausgebrochenen Feuersbrünste erfaßten in der Folgezeit nur noch die

außerhalb des Stadtkerns (Kirchhain hatte keine Stadtmauer) errichteten Scheunenviertel, die durchweg aus

Holz gebaut und mit Stroh gedeckt waren. So verbrannten am 17.Mai 1846 die Scheunen am Stakententor und am

18.April 1854 das Scheunenviertel auf der Torgauer Straße. Dabei fielen insgesamt 37 Scheuen den Flammen

zum Opfer. Ging eine Scheune in Flammen auf, so war auch das Schicksal der anderen besiegelt.

 

Die Entwicklung der Produktivkräfte ging im 19.Jahrhundert stürmisch voran und erfasste alle Bereiche der

Technik. In Kirchhain war es die Gerberei (Weiß- und Lohngerberei), die die anderen Handwerke überflügelte

und bereits in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts zum herrschenden Gewerbe wurde. Die Feuergefahr

wuchs. Jedoch die Entwicklung der Produktivkräfte fand auch in der Vervollkommnung der Löschgeräte

und Feuerbekämpfungsmittel ihren Ausdruck. An erster Stelle sind hier die Feuerspritzen, Schläuche,

Löschfahrzeuge und Feueralarm-Systeme zu nennen. Die älteren Feuerspritzen sind die Handkraftspritzen, die in

der Mitte des vorherigen Jahrhunderts auf Wagen montiert, die Wagenspritzen ergaben. Eine solche Spritze

befindet sich im Hof des Weißgerbermuseum in Kirchhain.

 

Über die Entwicklung der Spritzen, Schläuche, Löschfahrzeuge und Feueralarm-Systeme usw. empfehlen wir den

Besuch der ständigen Ausstellung über „die Geschichte der Feuerwehren“ in Dresden. Dort erfahren wir u.a.,

dass die älteste Feuerlöschgruppe in Deutschland 1841 in Meißen entstanden ist.

 
 

Chronik - Teil 2

Freiwillige Feuerwehr Kirchhain

 

„Die im Mai 1879 gegründete Freiwillige Feuerwehr zu Kirchhain löscht, rettet und bewacht!“

Statut der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain

Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr mit gut ausgebildeten und einsatzbereiten Feuerwehrleuten war in

den siebziger Jahren des 19.Jahrhunderts nur eine Frage der Zeit.

Nachdem Finsterwalde schon seit 1872 eine Feuerwehr hatte, ging Bürgermeister Klix mit großem Eifer daran,

auch in Kirchhain eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. In seinem Vorhaben wurde er vom Turnerverein und

anderen Verbänden unterstützt. Er beschaffte schon 1876 einige neuzeitliche Feuerlöschgeräte und versuchte

die breite Öffentlichkeit für diese gemeinnützige Einrichtung zu gewinnen. Aber es sollte noch drei Jahre

dauern, bis er das Ziel erreichte.  Am 23.Mai 1879 war es dann soweit, die Freiwillige Feuerwehr Kirchhain

wurde gegründet.

 

Aus der Wahl gingen folgende Leitungsmitglieder hervor:

 

Carl Heine - 1.Oberführer

Julius Freidank - Stellvertreter

Heinrich Wiskow - Beisitzer

Stresow - Schriftführer

 

Steiger wurden August Reinhard, Ernst Windisch, Adolf Hahn und Moritz Spahn

 

Weitere Funktionen übernahmen:

 

Demolierer - Wilhelm Enghusen, Robert Hampel, P. Gutte

Spritzenführer - Ernst Hensel, Hermann Hartmann

Zubringer - Julius Windisch, Leo Solbrich

Wasserwagenführer - R. Stange, Eduard Skobowsky

Aufsicht - Lehrer Henoch

Hornisten - August Schäfer, Drexler, Hartmann

Polizei - Julius Krombholz

Die übrigen Mitglieder wurden der Spritze und dem Zubringer zugeteilt.

 

Technik:

 

1 Spritze

1 Wasserwagen

1 Zubringer mit Schläuchen und 2 Feuerleitern

 

Nun ging es an die Uniformierung. Das Material dazu wurde von einigen Bürgern zum Selbstkostenpreis

geliefert. Dasselbe geschah mit der Anfertigung durch die Schneidermeister und Mützenmacher. Die Helme

wurden in Dresden bestellt. Nachdem sie eingetroffen waren, konnte sich die Wehr beim Einsatz und bei

Festlichkeiten würdig repräsentieren.

1881 starb der erste Oberführer Heine. An seine Stelle trat sein Stellvertreter Freidank, der fast 13 Jahre dieses

Amt innehatte. Ihm folgte 1893 Robert Hahn und diesem 1896 Hermann Schöne, der 1911, nach 15 jähriger

Leitungstätigkeit, sein Amt niederlegte. Sein Nachfolger wurde Carl Pauligk, der 1934 von den Nazis seines

Amtes enthoben wurde. Seine Arbeit wurde anläßlich des 50 jährigen Feuerwehrjubiläums 1929 wie folgt

gewürdigt:

„Unter Leitung des Kameraden Pauligk und unter Mitwirkung des Stabes und der Führer entwickelte sich unsere

Feuerwehr und das Feuerlöschwesen der Stadt Kirchhain zu der heutigen Blüte.“ 

Diese Kameraden verstanden es, durch ein ruhiges und zielbewusstes Arbeiten das Ansehen der Wehr zu

stärken, sich tüchtige Führer und Mitarbeiter heranzubilden und das Feuerlöschwesen auf den heutigen Stand

der Technik zu bringen. In den Jahren von 1911 bis zum Kriegsausbruch wurden das Schlauchmaterial vergrößert,

neue Apparate und Führer und Mannschaft zu einer modernen schlagfertigen Wehr ausgebildet.

 

Während des 1.Weltkriegs waren fast alle Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen. Der Dienst wurde von einer

von Brandmeister Gustav Adolf Lehmann und Oberturnwart K. Frick organisierten Jugendwehr ausgeübt, die aus

Jugendlichen im Alter von 14 - 17 Jahren bestand und den Feuerschutz der Stadt vier Jahre lang mit viel

Pflichteifer versah. Von den 90 aktiven Mitgliedern waren 75 eingezogen, davon waren 19 gefallen. Auf einer

Erinnerungstafel im Gerätehaus können wir noch heute ihre Namen lesen. Es dauerte geraume Zeit, bis sich die 

durch den Weltkrieg geschaffenen Lücken schlossen.

Unmittelbar nach dem Kriege gingen die Mitglieder an die Aufgabe, die Wehr dem neuesten Stand der

technischen Entwicklung anzugleichen. Es entstand der Plan, ein neues Gerätehaus mit neuzeitlichen

Motorspritzen und Geräten zu schaffen. Im Juni 1921 wurde der Grundstein zum Gerätehaus gelegt, welches am

7.Mai 1922 fertiggestellt und sodann eingeweiht werden konnte. Die Arbeiten am Gerätehaus wurden von den

Mitgliedern selbst ausgeführt. Das war bei der zunehmenden Geldentwertung die einzige Möglichkeit, das

wichtige Vorhaben auszuführen.

Der alte Steigerturm war aus Holz und wurde am 15.April fertiggestellt.

Zum 50 jährigen Feuerwehrjubiläum wurde er durch einen massiven Turm ersetzt.

Feueralarm wurde damals durch die Kirchenglocken, die große Ratsglocke sowie durch radfahrende Hornisten

gegeben. Auch einige Feuermelder waren schon vorhanden. Die Wehr hatte 10 Signalhörner. 

Dabei sei vermerkt, dass am 4.Dezember 1921 die Gründung eines Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehr

erfolgt ist. Zum Vorsitzenden wurde Kamerad Carl Pauligk, zum Schriftführer Kamerad Lopp und zum

Kassenführer Kamerad Gotthold Zahn gewählt, alle drei aus Kirchhain. Unter ihrer Leitung wurden 25 neue

Wehren gegründet, deren Zahl sich bis 1925 auf über 80 erhöhte. Die Löschgeräte wurden auf den neuesten

technischen Stand gebracht, Löschbrunnen und Löschteiche geschaffen, Weiterbildungskurse mit Prüfungen 

eingerichtet und die neu gegründeten Wehren in regelmäßigen Abständen überprüft.

Die zwanziger Jahre waren durch erfolgreiche, organisatorische Tätigkeit gekennzeichnet. Den Abschluss

bildete das 50 jährige Stiftungsfest, dass unter starker Beteiligung der Bevölkerung am 8. und 9. Juni gefeiert

wurde. Höhepunkte waren am 1. Tag der Fackelumzug mit Zapfenstreich und am Vormittag des 2. Tages

Schulübungen auf dem Marktplatz und am Gerätehaus mit anschließendem Brandmanöver. Nachmittag fand ein

Festumzug zum Schützenplatz (Karl-Liebknecht-Platz) statt, Begrüßung der Gäste auf dem Marktplatz

und am Abend ein Ball in den Festsälen. 

1933, nach der Machtübernahme Hitlers, nur vier Jahre nach dem 50 jährigen Feuerwehrjubiläum, wurden die

Wehr und ihre Mitglieder vor neue, nicht erwartete, Situationen gestellt. Die progressiven Kräfte wurden

ungeachtet ihrer Verdienste aus den Reihen der Feuerwehr entlassen oder man legte ihnen Nahe, ihre

Konsequenzen zu ziehen und aus der Freiwilligen Feuerwehr auszutreten. Das betraf auch Branddirektor 

Carl Pauligk. Andere mussten ihm folgen.

 

Aller Anfang ist schwer.

Nach der Befreiung des deutschen Volkes durch die Alliierten, stand die Freiwillige Feuerwehr Kirchhain vor

einem schweren Anfang. Viele Feuerwehrleute waren gefallen, viele noch in Kriegsgefangenschaft oder

verschollen. So wie bereits 1917 in Sowjetrussland die Bedeutung des Brandschutzes erkannt wurde und seinen

Niederschlag im „Dekret über die Organisierung staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung von Bränden“ fand, 

so förderte die SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) die Neuorganisation des Brandschutzes

in der sowjetischen Besatzungszone. Die Grundlage für die  Neuorganisation bildete der Befehl Nr. 2 vom 10.

Juni 1945. Kurze Zeit darauf ordnete die Ortskommandantur an, die Feuerlöscheinrichtungen der Stadt wieder

aufzubauen. Geeignete einsatzfähige Löschmannschaften sollten zusammengeführt werden, um aufkommende

Brände zu bekämpfen. Auch dem vorbeugenden Brandschutz widmete der Militärkommandant große 

Aufmerksamkeit, indem er anordnete, alle feuergefährlichen Betrieb durch die Feuerwehrorganisation

überprüfen zulassen.

Die erste Einrichtung der neuerstandenen Feuerwehr waren „die Wachen“. Diese waren:

Wache Pötzsch, Wache Kietzmann (15.August 1945), Wache Fohl (1.Januar 1947) und Wache Liefring (1.Mai 1947). 

Diese Wachen, später Löschzüge genannt, hatten vielfache Aufgaben. Sie waren nicht nur für die

Feuerlöschaktionen, sondern auch um einen Polizeihilfsdienst auszuüben. Daneben hatten sie

Krankentransporte durchzuführen und Katastropheneinsätze zu leiten. 

Ab 1.September 1947 wurde nicht mehr von Wachen, sondern von Löschzügen (I, II, III, IV) gesprochen. Löschzug

IV erhielt eine Jugendgruppe mit Spielmannszug zur Betreuung. Höhepunkt der Jugendarbeit war die Teilnahme

des Spielmannszuges an den III. Jugendweltfestspiele 1951 in Berlin.

Bis 29. September 1945 hatten sich 45 Mann zur Wehr wiedergemeldet. Ehemalige Nazis wurden nicht wieder

aufgenommen.

 

Am 1. März 1968 wurde eine Frauengruppe gegründet mit 12 Kameradinnen gegründet. 

Sie übernahmen besondere Aufgaben.

 

Chronik - Teil 3

Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain von 1879 bis Heute

 

Die ersten Geräte der Feuerwehr Kirchhain waren:

 

1 Spritze 

1 Zubringer

1 Wasserwagen

2 Feuerleitern

 

Großgeräte bis 1945:

 

  • 1921 - Mechanische Leiter, Steighöhe 17m

  • 1921 - Motorspritze

  • 1924 - Automobilspritze

  • 1926 - Automobil - Mannschaftswagen

  • 1931 - Automobil - Vorspannwagen

  • 1934 - Automobil - Mannschaftswagen

  • TSA mit Spritze 800 L Fa. Kolbe Luckenwalde

  • 2 TSA mit Spritz 800 L Fa. Fläder

 

Großgeräte ab 1945:

 

  • 1945 - ??? : 5 TSA mit TS 8

  • 1945 - 1950 : Mechanische Leiter

  • 1945 - 1952 : Opel Typ P4

  • 1945 - 1953 : Löschfahrzeug Typ Borgward

  • 1954 - 1957 : Löschfahrzeug Typ Hansa Loyd

  • 1957 - 1964 : Löschfahrzeug LKW LF 8 Typ Garant

  • 1964 - …. : TSA mit TS 3

  • 1972 - …. : TSA

  • 1976 - 1984 : Löschfahrzeug LKW LF 8 STA Typ Robur 20

  • 1978 - Heute : TLF 24 Typ Sil

  • 1978 - …. : Meldekrad Typ MZ 250

  • 1981 - Heute : SBA 4,5

  • 1984 - 2012 : LF 16 Typ IFA W 50

  • 1991 - 2005 : LF 8 Typ Opel

  • 1991 - Heute : LF16-TS Typ Mercedes Benz

  • 1993 - 2003 : ELW Typ Barkas B1000

  • 1994 - Heute : LF 8 (bis 2001 H-RW, ab 2001 TSF für JF)

  • 1994 - Heute : TLF 16/45 Brandenburg Typ MAN

  • …..  - Heute : MTF Typ Ford

 

Chronik - Teil 4

Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhain bis heute

 

Carl Hayne - Mai 1879 - Sept. 1880

Julius Freidank - Sept. 1880 - Sept. 1893

 

Robert Hahn - Okt. 1893 - Mai 1896

 

Hermann Schöne - Mai 1896 - April 1911

 

Carl Pauligk - April 1911 - 1934

 

Emil Lopp - 1934 - 19??

 

Ludwig Reinhard - 19?? - 1948

 

Kamerad Scholz - 1948 - 1949

 

Heiner Teichler - 1949 - 1949 (3 Monate)

 

Max Pötsch - 1949 - 1967

 

Erwin Romey - 1967 - 1997

 

Frank Romey - 1997 - 2000

 

Werner Förster - 2000 - 2003

 

Marc Schlenker - 2003 - 2006

Wolfgang Lierse - 2006 - 2012

 

Tobias Haberkern - 2012 - 2018

 

Lutz Grünberg - 2018 - Heute

Notruf 112

Feuerwehr Kirchhain

Waldhufenstraße 5

03253 Doberlug-Kirchhain